“Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden.”
(Mt 7,1–2a)
Dieses Wort schließt sich für uns auf, wenn wir an unseren himmlischen Vater denken. Wir brauchen nur wahrzunehmen, wie Gott mit uns umgeht, um zu lernen, wie wir mit anderen Menschen umgehen sollen. In der morgigen Betrachtung, in der Begegnung Jesu mit der Ehebrecherin, wird dies sehr anschaulich.
Es ist wichtig, sich immer wieder vor Augen zu stellen, daß Jesus nicht in die Welt kam, um zu richten. “Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten” (Joh 12,47).
Gewiß gilt es, eine Sache vom Glauben her zu beurteilen, sonst werden wir verwirrt. Eine Sünde bleibt Sünde, und wir können sie nicht umdeuten. Der Weg der Versöhnung, der Vergebung durch Gott, steht uns offen, da der Vater ihn uns immer anbietet.
Auch in der Begegnung mit anderen Menschen, insbesondere mit den Brüdern und Schwestern im Glauben, dürfen wir die Augen nicht verschließen, wenn sie sündigen. Wir sind gerufen, ihnen zu helfen, damit sie auf den rechten Weg zurückkehren und die Wege der Sünde verlassen.
“Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen.” (Mt 18,15)
Doch wie können wir es wie der Vater tun? Der Vater schaut auch den sündigen Menschen liebend an, weil er sein Geschöpf ist und er ihn retten will. Dabei schaut er nie über die Sünde hinweg, sondern er will sie dem Menschen, der Reue zeigt, vergeben. Diese Haltung brauchen auch wir. Sie wird uns lehren, den Sünder nicht zu verurteilen, ihn nicht zu richten.
In diesem Video sind die Worte Jesu zu hören, die in den „3 Minuten für Abba“ vom 4. und 5. Juni betrachtet wurden:
