Teil XII: Die geistliche Waffenrüstung

Aus den bisherigen elf Betrachtungen wird uns genügend klar geworden sein, daß wir es beim Antichristen, der am Ende der Zeiten vor der Wiederkunft Christi kommen wird, mit einer zutiefst vom Satan beeinflußten Person zu tun haben werden. In der Perversion der Geburt des Gottessohnes wird der Antichrist eine Art »mystische Einheit« mit Luzifer bilden. Dies ist in der Schrift von Solowjew ganz gut angedeutet, die ich im dritten Teil dieser Serie vorgestellt habe (https://elijamission.net/iv-der-antichrist-in-der-erzaehlung-von-solowjew/#more-21224).

Weil dies so ist, muß der Hauptaugenmerk des Widerstands gegen den Antichristen auf der geistlichen Ebene geschehen. Ich möchte unterstreichen, daß wir diesen Kampf nicht erst dann zu intensivieren beginnen sollten, wenn wir wissen, wer die Person des Antichristen sein wird. Wir müssen wach sein, denn der Geist des Antichristen ist immer in dieser Welt und wirkt derzeit in einem besonders intensiven Maß. Sollten wir die sichtbare Herrschaft des Antichristen erleben müssen, dann gilt es, vorbereitet zu sein und bereits im Heer des Lammes den Platz eingenommen zu haben, den der Herr den “Berufenen, Auserwählten und Treuen (Apk 17,14) zuweist.

So sei besonders auf den Text des heiligen Paulus hingewiesen, der uns deutlich macht, daß das Hauptaugenmerk des geistlichen Kampfes gegen die Fürsten und Gewalten des himmlischen Bereichs gerichtet werden muß. Da heißt es:

“Werdet stark durch die Kraft und Macht des Herrn! Zieht die Rüstung Gottes an, damit ihr den listigen Anschlägen des Teufels widerstehen könnt. Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister des himmlischen Bereichs. Darum legt die Rüstung Gottes an, damit ihr am Tag des Unheils standhalten, alles vollbringen und den Kampf bestehen könnt. Seid also standhaft: Gürtet euch mit Wahrheit, zieht als Panzer die Gerechtigkeit an und als Schuhe die Bereitschaft, für das Evangelium vom Frieden zu kämpfen. Vor allem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen. Nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes. Hört nicht auf, zu beten und zu flehen! Betet jederzeit im Geist; seid wachsam, harrt aus und bittet für alle Heiligen. (Eph 6,10–18).

Den Gläubigen wird die wahre Dimension dieses Kampfes in Erinnerung gerufen und sie werden für diesen Kampf gerüstet. Ohne Gott könnten sie in einem solchen Kampf keinesfalls bestehen, das wäre Vermessenheit! Dieser Kampf, da er ja gegen unsichtbare Feinde geht, ist eine geistliche Auseinandersetzung und muß mit geistlichen Mitteln geführt werden.

Deshalb heißt es zunächst: “Werdet stark durch die Kraft und Macht des Herrn! Durch die innigste Verbundenheit mit dem Herrn und seine authentische Nachfolge wächst die Kraft Gottes in uns. Es ist dann seine Kraft und Macht, die uns befähigt, den bösen Geistern zu widerstehen.

“Gürtet euch mit Wahrheit bedeutet, in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes zu leben, seinem Sohn nachzufolgen, uns selbst und anderen gegenüber wahrhaftig zu sein und in wahrer Gerechtigkeit zu leben. Einen solchen Panzer können die Pfeile des Bösen schwerlich durchdringen.

Wir sind gerufen, in diesem Kampf auch die Initiative zu ergreifen. Es geht also nicht nur darum, uns zu verteidigen, sondern wir können im Geiste des Herrn das Reich des Bösen auch angreifen. Das geschieht durch die Verkündigung des Evangeliums. Wenn die Menschen das Evangelium hören und es annehmen, dann entreißt der Herr ihre Seelen der Macht der Finsternis. Mit jedem Menschen, der sich ernsthaft bekehrt, wird das Reich des Bösen geschwächt. Auch aus diesem Grund ist die Ausbreitung des Evangeliums so wichtig!

Zum Schild des Glaubens zu greifen bedeutet, daß wir an Gott und an allem festhalten, was er uns als Wahrheit geschenkt hat. Das hilft uns gegen böse Gedanken, die wie Giftpfeile kommen können: Gedanken gegen den Glauben, schwere Zweifel usw.

Wenn wir das Wort Gottes ergreifen, das Schwert des Geistes, das die Wahrheit von der Lüge trennt, das Licht auf unseren dunklen Pfaden ist (vgl. Ps 119,105), dann muß die Finsternis der gefallenen Engel weichen.

Wir können sehen, wie Gott die Feindschaft des Bösen sogar für seine Gläubigen nutzt. Sie sind zum Widerstand aufgerufen und werden dadurch im Glauben gestärkt. Mehr noch: Der Herr besiegt durch die Seinen die Macht des Bösen auf der Erde, denn sein Reich muß sich ausbreiten, auch wenn der Teufel diesem Reich Widerstand leistet. Wir haben also die Ehre – um es in einer geistlichen Kriegssprache auszudrücken – im Heer Gottes zu kämpfen. An unserer Seite stehen die treu gebliebenen Engel, die Heiligen des Himmels und auch das Heer der Armen Seelen. Sie alle werden für uns eintreten.

Das beharrliche und ausdauernde Gebet rüstet uns für diesen Kampf zu, in Christus die Oberhand zu gewinnen, denn wir sollen in diesem Kampf bestehen können. Der Herr hat die Mächte des Bösen überwunden; sie sind grundsätzlich besiegt und werden uns in der Ewigkeit nicht mehr plagen können. Solange wir jedoch noch hier auf der Erde sind, greifen sie uns “wie ein brüllender Löwe (1 Petr 5,8) an, so sagt es uns der Heilige Petrus.

Der Herr bereitet die Seinen auf vielfältige Weise darauf vor, auch in der Zeit der möglichen globalen Schreckensherrschaft des Antichristen bestehen zu können. Wir sollten uns nicht besonders damit beschäftigen, was der “Sohn des Verderbens (2 Thess 2,3) in der Zeit seines öffentlichen Wirkens alles der Menschheit antun wird. Wesentlich ist, daß wir im Herrn bleiben und uns nicht vom wahren Glauben entfernen, weder durch den Ungeist, der in der Welt wirkt, noch durch den antichristlichen Geist, der in die Kirche eingezogen ist.

Morgen werden wir die Serie beenden.

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