Teil IX : Der antichristliche Einfluß in der Kirche

Bei der Behandlung der Frage, ob die Kirche bzw. ihre derzeitige Leitung bereits unter dem Einfluß des Antichristen steht, kam ich zuerst auf die zutiefst verstörende öffentliche Verehrung der Pachamama in den vatikanischen Gärten und im Petersdom zu sprechen. Ich habe dieses Beispiel gewählt, weil es am anschaulichsten ist und im Gegensatz zu dem steht, was dem Volk Israel aufgetragen war und was in der Mission der Kirche geschehen ist. Wie viele Märtyrer gab es, die sich weigerten, den Götzen zu opfern, und dafür ihr Leben gaben? Ein solcher Akt im Vatikan ist derart absurd, daß man sich fragen muß, welche Art von Verblendung bereits eingetreten ist, daß so etwas überhaupt geschehen kann.

Was ist geschehen? Wäre das vor hundert Jahren in der Kirche möglich gewesen? Nein, es wäre nicht möglich gewesen. Haben wir heute eine bessere Kenntnis als der Herr selbst und die Apostel, die Päpste und Missionare, um sagen zu können, daß solche Akte Gesten der Freundlichkeit gegenüber den Indigenen sind und im Sinne einer Inkulturation geschehen können?

Nein, wir haben heute keine bessere Kenntnis als Gott selbst, der den Götzendienst verboten hat – und das auch in der Kirche durch all die Jahrhunderte hindurch! Die Wahrheit ist: Wir haben den Glaubenssinn und somit den Geist der Unterscheidung verloren, wenn ein solcher Akt uns nicht im Innersten erschüttert und zur Wiedergutmachung drängt. Leider ist nichts Derartiges aus Rom gekommen.

Welcher Geist regiert dort bei solchen Akten? Ohne Frage ist es nicht der Geist des Herrn!

Leider war das kein Einzelfall, den man mit Müh und Not, unter Weinen und Klagen, im Gebet der Wiedergutmachung hätte tragen müssen. Leider ist es nicht so. Es reiht sich ein in viele weitere Verirrungen, die seit dem Pontifikat von Franziskus Legion geworden sind. Wer genau hinschaut, sieht die Früchte eines »anderen Geistes« (vgl. 2 Kor 11,4) am Werk.

Der Rahmen meiner täglichen Ansprachen ist nicht geeignet, all die Absonderlichkeiten der Pontifikate nach Papst Benedikt XVI. aufzuzeigen. Doch ist es unerläßlich, im Zusammenhang mit dem Thema des Antichristen wenigstens einige davon zu erwähnen, um zu sehen, inwieweit der Geist des Antichristen schon wirkt. Zur Vertiefung des Themas verweise ich auf meine früheren Veröffentlichungen, besonders auf die Serie der »Fünf Wunden der Kirche« https://elijamission.net/wp-content/uploads/2025/03/Die-fuenf-Wunden-der-Kirche-1.pdf oder auf andere, die sich mit der Thematik kritisch beschäftigt haben.

Amoris Laetitia

Die Gretchenfrage, welche Richtung dieses Pontifikat von Franziskus nehmen würde, stellte sich – nicht nur mir – schon mit dem nachsynodalen apostolischen Schreiben Amoris laetitia und der inzwischen berüchtigten Fußnote 351 im achten Kapitel. Vier Kardinäle suchten das Gespräch mit dem Papst, um ihn auf Formulierungen aufmerksam zu machen, die dem bisherigen Weg der Kirche zu widersprechen schienen, und baten um eine Klarstellung. Leider wurden sie nicht gehört, sodaß dieses Schreiben seinen verhängnisvollen Lauf nahm.

Heute ist die pastorale Öffnung des Sakramentenempfangs für Menschen, die in einer zweiten intimen Verbindung leben, ohne daß ihre Ehe für ungültig erklärt wurde, verbreitet. Sie werden auch nicht mehr zur Enthaltsamkeit aufgefordert. So entsteht eine Praxis des Kommunionempfangs, die unter dem Mantel der Barmherzigkeit die objektive Wahrheit der Gebote des Herrn verletzt und somit die Rechte Gottes angreift.

Auch wenn man theoretisch nichts geändert hat, wird es in der Praxis doch anders gehandhabt. Auf diesem Weg ist der Täuschung Tür und Tor geöffnet und es können Sakrilegien geschehen, welche die Kirche verwunden.

Hier hätten schon die »inneren Alarmglocken« läuten müssen, denn diese Regelungen, welche dann von einigen Bischofskonferenzen und Bischöfen adaptiert wurden, stehen in einem klaren Widerspruch zum bisherigen Weg der Kirche. Sie sind keinesfalls eine besondere Erleuchtung durch den Heiligen Geist oder eine Weiterentwicklung der Enzyklika Familiaris Consortio von Papst Johannes Paul II.

Die Erklärung von Abu Dhabi:

Mit der irrigen Behauptung, daß Gott die Verschiedenheit der Religionen ebenso gewollt habe wie die Verschiedenheit der Rassen, die Verschiedenheit von Mann und Frau usw., werden Religionen, die erhebliche Irrtümer in sich tragen, auf dieselbe Stufe mit dem katholischen Glauben gestellt. Der Auftrag des Herrn erfährt hier eine Verkehrung, um einem illusorischen Frieden zu dienen.  Wahrer Friede ist jedoch nur in Verbindung mit der Wahrheit möglich. Mit der Abu-Dhabi-Erklärung wurde die wahre Verkündigung des Evangeliums eingeschränkt, denn nun gibt es – wenn man sich diese Erklärung zu eigen macht – keinen Grund mehr, Jesus als den einzigen Erlöser zu verkünden. Somit wird ein Taumelbecher gereicht! Die Täuschung, welche auch hier das Recht Gottes verletzt, der seinen Sohn zur Erlösung der Menschen sandte (vgl. Joh 3,16), ist offensichtlich.

Wer kann nur hinter einem solchen Vorgang stehen? Kann der himmlische Vater – genauso wie den Glauben an seinen Sohn – den Islam wollen, der behauptet, Jesus sei gar nicht am Kreuz gestorben? Ist hier nicht die gläubige Vernunft schon genauso verdunkelt wie der Glaubenssinn?

In diesem Zusammenhang ist als Ergänzung noch zu erwähnen, daß Papst Franziskus am 13. September 2024 in Singapur vor Jugendlichen die für ein Kirchenoberhaupt bisher undenkbaren Worte aussprach, daß alle Religionen zu Gott führen und sie nur verschiedene Sprachen darstellen.

Reicht das noch nicht aus, um wach zu werden und sich zu fragen, welcher Geist hier dominiert? Wer kann Interesse daran haben, öffentlich einen Götzendienst in Rom geschehen zu lassen? Wer kann Interesse daran haben, das Sakrament der Ehe zu verletzen und im Gefolge die heilige Kommunion und die heilige Beichte? Wer kann Interesse daran haben, den Auftrag des Herrn, alle Völker zum Glauben zu führen (Mt 28,19-20), zu relativieren?

Kann das ein Werk des Heiligen Geistes sein?

Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo:

zur Tagesevangelium: https://elijamission.net/das-wort-des-herrn/#more-4308

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