KONTEMPLATION DER WAHRHEIT

“Die Seele genießt Stille und Frieden nicht durch viele Überlegungen, sondern einfach dadurch, daß sie über die Wahrheit nachsinnt.” (Heiliger Petrus von Alcántara)

Der heilige Petrus von Alcántara, der von Gott mit großen mystischen Gaben beschenkt wurde und ein außergewöhnlich asketisches Leben führte, weist uns auf diese so wertvolle Quelle des Betens hin. Immer wieder werden wir von solchen begnadeten Seelen darauf aufmerksam gemacht, daß wir das einfache Verweilen vor Gott suchen sollten.

Es wird unterschiedlich ausgedrückt. Manche sprechen davon, daß man sich in die Liebe Christi versenken soll. Man könnte auch sagen, daß wir in unserem Inneren nach dem Herzen unseres himmlischen Vaters Ausschau halten sollen. Noch viele andere Weisen gibt es, dasselbe auszudrücken.

Stille und Frieden schenkt uns Gott nicht so sehr durch gedankliche Anstrengungen aller Art, sondern durch das Betrachten der Wahrheit. Sie soll unsere Seele anziehen. Es braucht von uns nur den einfachen Blick auf sie. Man könnte auch sagen: in sie eintauchen, sie kosten oder – wie die Wüstenväter es empfehlen – sie wiederkauen.

Ein vorzüglicher Weg, um in dieses Verweilen und in die Kontemplation der Wahrheit zu gelangen, ist, wenn wir stille Zeiten vor dem Allerheiligsten Sakrament verbringen. Im Tabernakel, manchmal auch ausgestellt, ist ja derjenige zugegen, der von sich sagen kann, daß er die Wahrheit ist. Ihn anzuschauen und sich von Jesus im Sakrament anschauen zu lassen, führt zu innerem Frieden, denn unsere Seele ist dort, wohin sie sich sehnt. Selbst wenn wir von störenden Gedanken geplagt werden, ist doch das einfache Sein vor dem Herrn unendlich wertvoll. Unser Verweilen in und unser Nachsinnen über unseren Herrn kann einfach darin bestehen, daß wir mit unserem Herzen sagen: “Du bist da und ich bin da!” Das genügt!