“Der Anfang der Weisheit ist die Gottesfurcht. Heilsame Einsicht gibt sie denen, die sie üben.” (Ps 111,10)
Wir verstehen die Gabe der Gottesfurcht als die erste der sieben Gaben des Heiligen Geistes. Wenn wir sie praktizieren, bekommt unser Leben eine klare und unmißverständliche Ausrichtung. Wir prüfen unser Tun vor dem Angesicht Gottes, ob es unseren himmlischen Vater nicht beleidigen könnte. Das bringt eine sehr große Wende im Leben mit sich, und so kann sich die heilsame Wirkung des Heiligen Geistes in unserer Seele lichtvoll entfalten. Anfangs mag diese Gabe mehr von heiliger Furcht begleitet sein, nicht das Geringste zu tun, was Gott mißfallen könnte. Auch die Erinnerung daran, welche Folgen es haben kann, wenn wir vom Weg abweichen, ist sehr lebendig!
Doch mit der Zeit weicht diese anfängliche Gespanntheit einer mehr selbstverständlichen Beziehung der Liebe, wie sie die Gabe der Frömmigkeit bewirkt. Wir trachten mehr danach, das zu tun, was unserem Vater wohlgefällig ist, und sind davon erfüllt.
Die Gabe der Gottesfurcht wird uns jedoch immer dienen, in der Beziehung zu unserem Vater nicht leichtsinnig zu werden, und uns korrigieren, wenn wir nicht wachsam genug sind und uns zu sicher fühlen. Es ist die Weisheit unseres Vaters, der uns den Heiligen Geist schenkt, damit dieser unser inneres Leben nach seinem Willen verwandelt. Unser Vater weiß sehr gut, wie leicht wir vom heilsamen Weg abkommen können. Deshalb beläßt er uns die Gottesfurcht, damit unser geistlicher Weg geistig gesund bleibt und jede Art von falscher Sicherheit und Überheblichkeit von ihm korrigiert werden kann.
