Heute ist der dreiundzwanzigste Tag unseres Fastenwegs. Werfen wir zunächst zur Erinnerung unseren Blick auf die »Blumen« des 12. bis 22. Tages.
- Tag: Mit der Gabe der Sexualität so umgehen, wie Gott es vorgegeben hat, und jede Form von Unzucht meiden.
- Tag: Eine »Sühneblume« – den Weg der Heiligung besonders als Sühne für die unzähligen Sünden und Beleidigungen Gottes, für den Unglauben und für das Unrecht an Menschen zu gehen.
- Tag: Gott immer und in allen Situationen vertrauen, und ihn den ersten Platz in unserem Leben einnehmen lassen. Der wahren Lehre der Kirche treu bleiben und entsprechend leben. Die Versuchungen zum Stolz überwinden, im Dienst für Gott und den Nächsten.
- Tag: Eine »Friedensblume«.
- Tag: Gott möge uns ein vertrauendes neues Herz schenken, das ihm gehört!
- Tag: Die Bitte an Gott um ein neues Herz.
- Tag: Erbitten wir die Bereitschaft, ohne Angst und Verdrängung den eigenen Schatten wahrzunehmen, das Böse also, das von innen kommt, zu erkennen und sich zuzugeben.
- Tag: Unsere eigenen Schattenseiten wahrnehmen und aufrichtig zu Gott hintragen.
- Tag: Ein reines Herz als Waffe des Lichtes.
- Tag: Die Bitte an Gott um ein Herz, das immer bereit ist zur Vergebung.
- Tag: Die Bitte um die Gabe der Gottesfurcht.
Heute begegnen wir im Evangelium (Lk 4,38–44) dem heilenden Herrn. Sei es die Schwiegermutter des Simon oder die vielen Kranken, die zu ihm gebracht wurden – allen legte er die Hände auf, und sie wurden gesund. Darunter waren auch viele Menschen, von denen die Teufel ausfuhren. Entsprechend heißt es in der Schrift:
“Als die Sonne unterging, brachten die Leute ihre Kranken, die alle möglichen Leiden hatten, zu Jesus. Er legte jedem Kranken die Hände auf und heilte alle. Von vielen fuhren auch Dämonen aus und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Da fuhr er sie schroff an und ließ sie nicht reden; denn sie wußten, daß er der Messias war” (Lk 4,40–41).
Hier ist auffällig, daß Jesus die Teufel nicht reden ließ, und das ist für uns von Bedeutung. Man könnte einwenden und denken, daß sie doch die Wahrheit gesagt haben. Wie wir jedoch sehen, verwehrte der Herr ihnen, es weiterzusagen, daß er der Sohn Gottes ist. Warum?
Vielleicht werden manche denken, daß Jesus es zu diesem Zeitpunkt noch nicht öffentlich machen wollte. Ich vermute jedoch, daß ein anderer Grund vorherrschend war: Das Zeugnis, daß Jesus der Messias ist, soll durch die Kraft des Heiligen Geistes kommen – durch Menschen, die Jesus in seinem Licht erkannt haben und die ihn lieben. Selbst wenn das, was die Dämonen sagen, äußerlich stimmt, so ist ihr Zeugnis nicht von der Freude der Erkenntnis Gottes durchdrungen. Sie fürchten den Herrn und geben daher ein Bild vom Erlöser, das ihrer eigenen Situation entspricht, aber nicht unserer. Die Dämonen sind von Gott getrennt und können und wollen kein Erbarmen von ihm empfangen. Entsprechend reden sie über Jesus.
Für uns ist es wichtig, dies zu verstehen, denn auch unter den Gläubigen kann es die Versuchung geben, »Informationen« über den Glauben oder über bestimmte Themen, die damit im Zusammenhang stehen, aus obskuren Quellen beziehen zu wollen. Vielleicht sind sie auch daran interessiert, was Dämonen in exorzistischen Befreiungen von sich geben, und suchen nach entsprechenden Berichten. Davor sei jedoch gewarnt. Eine Sache ist es, daß ein beauftragter Exorzist die Befreiung von Besessenen durchführt und sich deshalb mit dieser von Gott abgefallenen Welt zu beschäftigen hat, eine andere, wenn wir uns aus Neugierde damit beschäftigen.
Jesus läßt die Teufel jedenfalls nicht reden und setzt seinen Weg der Verkündigung fort:
“Bei Tagesanbruch verließ er die Stadt und ging an einen einsamen Ort. Aber die Menschen suchten ihn, und als sie ihn fanden, wollten sie ihn daran hindern wegzugehen. Er sagte zu ihnen: Ich muß auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkünden; denn dazu bin ich gesandt worden. Und er predigte in den Synagogen Judäas” (Lk 4,42-44).
Was nehmen wir auf unserem Weg als »Blume« des heutigen Tages mit?
Die Achtsamkeit, daß wir vom Heiligen Geist über den Glauben lernen wollen und in ihm das Evangelium bezeugen und nicht aus Quellen trinken, die uns kein reines Wasser schenken.
Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo:
zur Tageslesung: https://elijamission.net/wenden-wir-gott-unser-angesicht-zu/#more-8584
zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/ein-staerkerer-ist-gekommen/#more-6138

