IM VERBORGENEN DEN HERRN SUCHEN

“Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater!” (Mt 6,6)

Welchen vertrauten Raum bietet uns der Herr doch an!

So schön die Kirchen und heiligen Orte auch sein mögen, wenn sie Stätten würdiger Liturgien und des gemeinsamen gläubigen Gebetes sind, so öffnet uns der Vater doch noch einen anderen und immerwährenden Zugang zu sich. Sein Herz steht für uns offen, und immer hört er uns. Das erlaubt uns, in ein immerwährendes Gebet zu ihm einzutreten. Dieses verborgene Gebet ist ungemein wertvoll und braucht keine äußeren Gesten, sondern nur ein offenes Herz gegenüber unserem Vater.

Jesus hat das damals in dem Zusammenhang gesagt, daß die Frömmigkeit bei den Juden ein hohes Ansehen hatte und auch manchmal zu Heuchelei führte, weil man gern gesehen werden wollte. So war diese Anweisung auch damit verbunden, daß man sich mehr verbergen und in dieses Vertrauensverhältnis eintreten sollte. Der ganze Vers lautet:

“Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater! Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.” (Mt 6,6)

Hier spricht der Herr sogar ausdrücklich vom Wert eines solchen verborgenen Gebetes. Die mehr verborgenen Liebesakte und das Gebet im Verborgenen sind solche Akte, die Gott liebt, weil sie ganz auf ihn ausgerichtet sind und es keine Nebenabsichten gibt.

Mit der Kammer ist auch unser Herz gemeint, denn diese Kammer haben wir immer bei uns und können sogar unter äußerlich ungeeigneten Umständen für ein ruhiges Gebet in sie eintreten.

Unser himmlischer Vater hat uns verstehen lassen, daß er immer in der Seele eines Menschen wohnt, der im Stand der Gnade lebt. So ist ein Zugang zu ihm immer und überall möglich, und das wird ihm wohlgefallen.

Hier ist das Video mit den drei Worten Jesu aus der vierten, fünften und sechsten Betrachtung dieser Reihe: 

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