DAS LEBEN DER HEILIGEN: Die Heilige Susanna, Märtyrin

In einer Zeit, in der die sittliche Verwirrung leider auch vor unserer heiligen Kirche kaum haltmacht und viele Menschen vom Pfad der Tugend abkommen oder ihn gar nicht erst betreten, ist es wichtig, nicht zu vergessen, daß uns gerade in den Heiligen der frühen Kirche leuchtende Beispiele der Keuschheit geschenkt wurden.

Es ist nicht zu vergessen, daß diese Heiligen, die ihr Leben für die Bewahrung ihrer Keuschheit gegeben haben, nicht nur ihr Licht in diese Dunkelheit tragen, sondern sehr viel Gnade von Gott für die Kirche erhalten haben. Sie sind eine lebendige Vergegenwärtigung und Erinnerung daran, wie wesentlich es ist, die Weisungen des Herrn über alles zu stellen.

Eine von diesen strahlenden Frauen ist Susanna. Es ist nicht die biblische Susanna gemeint, an die wir vielleicht zuerst denken, die aufgrund des Eingreifens von Daniel vor dem Tod gerettet wurde und deren Ehre er vor allem Volk wiederhergestellt hat, sondern Susanna aus Rom.

Die Legende erzählt:

“Die heilige Susanna, eine der edelsten Jungfrauen der Stadt Rom, welche mit dem Kaiser Diokletian nahe verwandt war, wurde von ihrem heiligen Vater Gabinius und dem heiligen Papst Cajus, ihrem Onkel, von den ersten Jahren an im christlichen Glauben sorgfältig unterrichtet und lebte nach ihm voll kindlicher Treue und Frömmigkeit. Aus Liebe zu Jesus legte sie schon im 12. Lebensjahr das Gelübde der Keuschheit ab. Diokletian war es nicht unbekannt, daß Gabinius, dessen Bruder Cajus und Susanna sich zum Christentum bekannten. Doch weil sie so nahe mit ihm verwandt waren, stellte er sich, als wüßte er nichts davon. Als er den Maximian Galerius zum Mitregenten und Erben seines Kaisertums erklärt hatte, beschloß er, diese Susanna mit ihm zu verehelichen und sie zur Kaiserin zu machen. Deshalb schickte er Claudius, den Sohn seiner Schwester, zu Gabinius und ließ ihm seine Absicht eröffnen. Gabinius bat um eine kurze Bedenkzeit und gab dem heiligen Papst Cajus hiervon Nachricht. Beide zeigten es dann der Susanna an und fragten, was sie zu tun gewillt sei. Diese antwortete: “Der christliche Glaube und die jungfräuliche Reinigkeit sind bei mir in höherem Wert, als die Kaiserkrone. Ich vereheliche mich mit keinem. Ich breche die Treue nicht, die ich Gott versprochen habe. Christo dem Herrn habe ich meine Reinigkeit gelobt; davon soll mich weder Ehre, noch Reichtum, noch irgend etwas abwegig machen.“

Cajus und Gabinius waren sehr erfreut über diese Antwort, ermunterten sie zur Standhaftigkeit und rieten ihr, sich nun durch Gebet, Fasten und andere gute Werke auf den schweren Kampf vorzubereiten; denn allem Anschein nach würde die Ablehnung des Antrages des Kaisers sie das Leben kosten. „Und was kann mir angenehmer sein“, sprach sie, „als wenn ich statt der Kaiserkrone die Marterkrone erlange?“

Es ist erstaunlich, wie Susanna an ihrem Versprechen festhielt und welcher Geist des Starkmuts in ihr wirkte. Sie war nicht scheu, ihrer Überzeugung einen sehr deutlichen, wir würden sogar sagen schroffen Ausdruck zu geben, wohl wissend, daß dies ihren Tod beschleunigen könnte. Zunächst bewirkte ihr Wort jedoch etwas anderes. Die Legende schildert:

Nach drei Tagen kam Claudius wieder und wollte von Gabinius die Antwort haben. Bei dem Eintritt in das Haus sah er die Susanna selbst, ging zu ihr hin, und nebst anderen Ehrenbezeugungen wollte er ihr die Hand küssen. Susanna zog sie mit heiligem Unwillen zurück, und sprach mit einer ernsten Stimme: „Nie habe ich dieses einer Mannsperson gestattet, schon von meiner Kindheit an, und euch werde ich es noch viel weniger gestatten; denn ihr seid ein Götzendiener, und euer Mund ist von dem Götzenopfer, wovon ihr gegessen habt, verunreinigt.“ Hierauf verwies sie ihm seine Kühnheit so nachdrücklich, daß Claudius einige Zeit tief erstaunt dastand; dann aber, durch innerliche Einsprechung gerührt, entschloß er sich, mit seiner Frau und seinen Kindern das Christentum anzunehmen, und tat es auch. Seinem Beispiel folgte auch Maximus, ein anderer Hofherr, der nach dem Claudius geschickt worden war, die Antwort des Gabinius zu vernehmen.

Der Kaiser – wie viele der heidnischen Herrscher – reagierte im Zorn und ließ die neu zu Christus Bekehrten lebendig verbrennen. Susanne übergab er seiner Frau Selena, damit sie durch ihren Einfluß sie zu einer anderen Entscheidung führen solle. Doch seine Frau war selbst heimliche Christin und stützte Susanna darin, dem Herrn treu zu bleiben. Sie teilte nach einiger Zeit dem Kaiser mit, daß Susanna bei ihrer Entscheidung bleiben werde.

Diokletian überließ nun dem abgewiesenen Verehrer Maximianus Galerius das weitere Vorgehen gegen Susanna. Dieser wollte sie nachts mit Gewalt nehmen. Die Legende erzählt weiter:

Als er aber die Türe ihres Zimmers öffnete, sah er sie im Gebet, von himmlischem Glanz umgeben. Hierüber entsetzte er sich, floh davon und zeigte es dem Diokletian an. Dieser hielt es für eine Zauberei und befahl dem Macedonius, einem abgefallenen Christen, die Susanna entweder zur Anbetung der Götter zu zwingen, oder sie mit dem Tode zu bestrafen. Macedonius, der weder mit Versprechen noch mit Drohungen etwas ausrichtete, ließ Susanna auf das grausamste geißeln und in ihrem eigenen Haus enthaupten. Während der Marter wendete sie ihre Augen zum Himmel und dankte Gott, daß er sie für würdig gehalten habe, um seinetwillen zu leiden und ihm zuliebe sterben zu können.

Es bleibt uns, voller Ehrfurcht und Dankbarkeit das Haupt vor der Jungfrau und Märtyrin Susanna zu neigen und sie zu bitten, daß sie uns hilft, ebenfalls ein Zeugnis für die Treue zu Christus zu geben. Überdies erbitten wir durch ihre Fürsprache, den Wert der Keuschheit tiefer zu entdecken, zu leben und auch einer Welt zu vermitteln, die oft jeden Sinn dafür verloren hat.

Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo:

zur Tageslesung: https://elijamission.net/das-wort-gottes-3/

zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/kinder-und-engel-3/

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