“Oh, wie wurde meine Vaterliebe von den Menschen vergessen! Und doch liebe ich euch mit so großer Zärtlichkeit!” (Aus der Botschaft von Gottvater an M. Eugenia Ravasio)
Wie leicht vergessen wir Menschen die Wohltaten Gottes, und damit unseren Vater, der sie uns gewährt hat. Die Folgen werden nicht ausbleiben, denn der lebendige Bezug zu Gott und seine Vergegenwärtigung in unserem Leben gehen verloren. Wir versinken dann allzu leicht im normalen Ablauf des Lebens, ohne an den Herrn zu denken.
Doch wie wird das Leben, wenn es nicht mehr wahrnehmbar von Gottes Liebe zu uns gespeist wird? Es wird mehr und mehr öde und leer, selbst wenn wir versuchen, es mit allen möglichen Vergnügungen zu füllen. Manchmal will man vor der inneren Leere fliehen und füllt sie mit verschiedensten Aktivitäten und Ablenkungen. Doch die Leere bleibt!
Ein Psalmwort mahnt uns: “Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat” (Ps 103,2).
Es ist leider nicht übertrieben zu sagen, daß in nicht wenigen Teilen der Welt eine große Gottvergessenheit herrscht. Die Menschen leben, als ob es Gott gar nicht gäbe! Manchmal haben sie vielleicht noch gar nichts von ihm gehört! Das ist ein riesiges Leid für die Menschen, und oft, ohne daß sie es als solches wahrnehmen.
Unser Vater seinerseits bietet immer seine Liebe an – zu jeder Stunde des Tages. Er kann jedoch mit seiner Liebe nicht in das Herz eines Menschen eindringen, der ihn vergißt! Selbst wenn es Gott manchmal zuläßt, daß schwere Dinge auf einen Menschen zukommen, damit er sich an ihn erinnert, passiert es doch leicht, daß er Gott wieder vergißt, sobald es ihm besser geht.
Dann lebt er, ohne die zärtliche Liebe unseres Vaters kennenzulernen, die immer für ihn da ist. Sie sucht sein Herz, um es zu erwärmen und licht zu machen. Doch bleibt die Liebe unseres Vaters unbeantwortet. Trotzdem sucht Gott weiter den Menschen, bis dieser sich an ihn erinnert.
