KEINE NEUGIER!

“Achte darauf, daß keine Neugier dich anleitet!”  (Inneres Wort)

Dieses Wort gehört zur geistlichen Schulung derer, die sich auf dem Weg der Nachfolge Christi befinden, und es ist sehr weise, es aufzunehmen und zu befolgen.

Gerade in Bezug auf die Neugier vergißt man vielleicht leicht, wie schädlich sie sein kann. Sie unterscheidet sich von einem legitimen Interesse dadurch, daß durch sie Gier erweckt wird. Gier verspricht jedoch immer so etwas wie eine falsche Erfüllung, eine falsche Befriedigung, und hält die Seele in einem ungesunden wachen Zustand. Diesen Zustand darf man nicht mit einer aufmerksamen Offenheit für die Führung durch unseren himmlischen Vater und der Aufmerksamkeit der Seele auf ihn verwechseln.

Selbst wenn sich die Neugier auf sehr periphere Dinge bezieht, die keine großen negativen Auswirkungen auf die Seele selbst haben, so bringt sie doch eine gewisse geistliche Unordnung mit, die sie schwächt. Man kann es selbst an einer gewissen Unruhe oder Euphorie in sich merken, welche die Seele aus der Balance bringen kann.

Im obigen Wort wird von einer »aktiven Neugierde« gesprochen, die nicht Motiv unseres Handelns werden soll. Sie muß gezügelt werden und darf nicht die Führung in unserem Leben übernehmen. Die »passive Neugierde« im Inneren ist leichter zu ordnen. Die »aktive Neugierde« hingegen schafft Fakten und kann daher auch gefährlich werden. Wir brauchen nur daran zu denken, wie viel Unglück Menschen durch Neugier erlitten haben und in was sie alles hineingeraten sein mögen.

Es gilt, in eine Haltung des Wartens auf den Herrn hineinzuwachsen. Was wichtig ist für uns, darauf soll Gott uns aufmerksam machen. Im Gespräch mit Gott können wir immer überprüfen, ob das, was uns neugierig drängt, für unsere Seele gut ist. Unser Vater wird es uns spüren lassen, und mit der Zeit werden wir das Drängen selbst als einen Unruheherd identifizieren und ihm entgegentreten. Geduld und Wartenkönnen sind passende Antworten.