MIT DEN AUGEN GOTTES SEHEN  

“Mein Sohn, schenke mir dein Herz, und deine Augen werden meine Wege befolgen. (Antiphon vom Herz-Jesu-Fest)

Befolgen wir diese Einladung unseres Vaters, dann werden wir im wahrsten Sinne des Wortes »hellsichtig«, weil wir dann seine Wege besser erkennen und auch gehen werden. Gehört unser Herz Gott, dann treten wir in jene Vertrautheit ein, in der unser Vater uns seine Wünsche und seine großen Herzensanliegen mitteilen kann. Gewiß kennen wir diese im Allgemeinen und wissen, daß unser Vater seine verlorenen Söhne und Töchter heimruft. Alles, was wir unternehmen, um diesem väterlichen Wunsch zu dienen, wird Gott erfreuen.

Es sind jedoch auch die konkreten Wege, auf denen er uns persönlich führt, um seinem Willen zu entsprechen und uns in unsere Aufgabe einzuführen. Er öffnet uns die Augen für die Schönheit jedes seiner heiligen Gebote und lehrt uns, daß sie alle seinem liebenden Willen entspringen. Wir lernen, die Gebote mit seinen Augen zu sehen, und entdecken die Quelle, aus der sie entspringen. So schauen wir auch auf der Erde schon ein wenig das Geheimnis der göttlichen Liebe. Das wird uns zur brennenden Sehnsucht, die Güte und Schönheit all seiner Weisungen tiefer zu verstehen und uns von der Weisheit unseres Vaters leiten zu lassen, ihn selbst noch mehr zu ehren, zu erkennen und zu lieben. Es beginnt eine noch größere Innigkeit und Vertrautheit der Liebe, denn unser Herz gehört ihm.

Gerade am Herz-Jesu-Fest, an dem wir die Liebe unseres Erlösers zu uns preisen, hören wir diese so zärtliche Einladung, unser Herz Gott zu schenken. Wenn wir dies tun, dann hat Gott ein Zuhause auf der Erde und wir bekommen Augen zu sehen und Ohren zu hören. So beginnen die Wege, die Gott mit uns geht, immer offener vor uns zu liegen, und wir folgen ihnen mit Freude.