Teil 7: Die Gefährdung der Kirche

All das, was wir in den vergangenen Betrachtungen über den Antichristen gehört haben, zeigt deutlich, welch große Gefahr von den antichristlichen Tätigkeiten für die Menschen ausgeht. Es ist der ernsthafte – vielleicht sogar letzte – Versuch des Teufels, seine Herrschaft global auf der ganzen Erde auszudehnen, die Menschen zu unterjochen und sie möglichst zur Anbetung seiner selbst zu führen.

Gott läßt diese Prüfungen zu und bindet sie in seinen Heilsplan ein, denn nichts geschieht, ohne daß unser Herr es weiß und alles nach seinem Willen ordnet.

Da der Sohn Gottes in seiner Kirche präsent ist, wird sich der Angriff des Antichristen und seiner Jünger besonders gegen die Kirche richten, denn sie steht ihm bei der Durchführung seiner dunklen Pläne im Weg. Auch jene staatlichen Ordnungen, die der Gerechtigkeit dienlich sind, damit sich keine »Räuberstaaten« bilden, hindern die Verwirklichung dieser Pläne. Deshalb arbeiten die Jünger des Antichristen daran, bestehende Ordnungen, die direkt oder indirekt einen Bezug zu Gott haben, auf allen Ebenen zu destabilisieren, um ihre eigenen Absichten durchzusetzen. Dies dient auch als Vorbereitung für die Herrschaft des Antichristen, welcher dann nach ihren Plänen die Regierung über die ganze Welt übernehmen soll. Erinnern wir uns daran, daß der Antichrist ein Mensch sein wird, der völlig unter der Herrschaft Luzifers steht – der Teufel möchte also durch ihn sein Reich sichtbar auf der Erde manifestieren.

Hier muß besonders der Geist der Unterscheidung wirksam werden, der die Täuschungsversuche Luzifers demaskiert.

Wachsame Katholiken werden antichristliche Einflüsse in der Welt und ihren Einfluß auf Regierungen normalerweise leicht wahrnehmen können, wenn diese ungerechte Gesetze erlassen. In der Vergangenheit gab es in der Hierarchie genügend klare Äußerungen, die den Gläubigen in dieser Hinsicht halfen, die Unterscheidung der Geister gut durchzuführen. Das ist leider anders geworden.

Der Blick richtet sich also primär auf die Kirche mit der ernsten Frage, ob in ihr der Geist des Antichristen so wirksam geworden ist, daß sie in der Kirchenleitung zu einem erheblichen Teil ihre Richtung verloren hat, sich täuschen ließ und auf diese Weise sogar mit diesem Geist kooperiert.

Anders ausgedrückt: Haben die Jünger des Antichristen innerhalb unserer Kirche bereits Schlüsselpositionen in der Hierarchie unter ihrem Einfluß? Bildet sich im Schoß der Kirche das furchtbare Gebilde einer Art »Antikirche«? Oder ist diese gar schon entstanden?

Wir dürfen die Augen vor solchen Fragen nicht verschließen. Sie sind besonders seit dem Pontifikat von Franziskus und seinem Nachfolger Leo XIV. drängend geworden.

Hören wir zu Beginn zwei Aussagen früherer Päpste zu diesem Themenbereich:

Paul VI. “Der Schwanz des Teufels arbeitet auf die Zersetzung der katholischen Welt hin. Die Finsternis Satans ist in die gesamte katholische Kirche eingedrungen und hat sich bis in die höchsten Ränge verbreitet. Die Apostasie, der Glaubensabfall, hat sich in der ganzen Welt ausgebreitet und ist bis in die obersten Ränge der Kirche vorgedrungen.” (Ansprache zum 60. Jahrestag des Sonnenwunders in Fátima, 13. Oktober 1977)

Johannes Paul II. “Wir stehen nun vor der größten historischen Konfrontation, die die Menschheit je erlebt hat. Ich glaube nicht, daß die breite Masse der amerikanischen Gesellschaft oder der christlichen Gemeinde sich dessen in vollem Umfang bewußt ist. Wir erleben jetzt die letzte Konfrontation zwischen Kirche und Antikirche, zwischen Evangelium und Anti-Evangelium.” (Kardinal Karol Wojtyla, Eucharistischer Kongreß in Philadelphia 1977)

Nehmen wir noch eine prophetische Stimme aus der Hierarchie hinzu.

Bischof Fulton Sheen († 1979) aus den Vereinigten Staaten sagte:

“Der falsche Prophet wird eine Religion ohne Kreuz haben. Eine Religion ohne eine zukünftige Welt. Eine Religion zur Zerstörung von Religionen. Es wird eine falsche Kirche geben. Die wahre Kirche Christi [die katholische Kirche] wird eine sein. Und der falsche Prophet wird eine andere Kirche schaffen. Die falsche Kirche wird weltlich, ökumenisch und global sein. Es wird eine Föderation von Kirchen sein. Und die Religionen werden eine Art globale Vereinigung bilden. Ein Weltparlament der Kirchen. Von allen göttlichen Inhalten entleert, wird es der mystische Leib des Antichristen sein. Der mystische Körper auf der heutigen Erde wird seinen Judas Iskariot haben, und er wird der falsche Prophet sein. Satan wird ihn aus den Reihen unserer Bischöfe rekrutieren.”

All diese Worte der Hierarchen zeigen, daß die oben angesprochene Frage, ob die Jünger des Antichristen den Kurs des gegenwärtigen Pontifikats bereits weitgehend bestimmen – wissend oder unwissend –, dringend eine Antwort braucht. Die Gläubigen dürfen nicht in die Irre geführt werden. Gerade weil die Katholiken gerufen sind, auf die Stimme ihrer Hirten zu hören, muß eine Unterscheidung der Geister erfolgen, um festzustellen ob es klare Anzeichen für eine schwere Kursverfehlung seitens der Kirchenleitung gibt. Dies ist umso wichtiger, da sonst das hohe Gut des Gehorsams der Gläubigen von einem falschen Geist mißbraucht werden kann, um sie vom Weg des Heiligen Geistes abzubringen und in die Irre zu führen.

Nachdem wir Zeugnisse aus der Schrift, Stimmen aus der Literatur, Worte von zwei Päpsten und einem Bischof gehört haben, werden wir morgen zur Ergänzung Zeugnisse aus dem mehr prophetisch-mystischen Bereich hören.

Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo – zum Fest der Heiligen Maria Magdalena:

zur Tageslesung: https://elijamission.net/der-weg-der-liebe-3/#more-17968

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