Gottesliebe und Mission

Wenn wir Mission, also den Auftrag des Auferstandenen, das Evangelium aller Kreatur zu predigen, als die suchende Liebe unseres Vaters nach seinen Kindern verstehen, dann kommen wir dem innersten Herzensanliegen Gottes sehr nahe. Die Teilnahme an dieser Suche hat er den Seinen anvertraut, und damit einen tiefen Wunsch seines Herzens geöffnet.

Im Vaterbuch heißt es:

„Würde jemand zu all diesen, dem Aberglauben erlegenen Seelen gehen und zu ihnen sprechen – die zwar von meinem Dasein wissen, allerdings nicht, daß ich ihnen nahe bin – und ihnen sagen, daß der Schöpfer auch ihr Vater ist, der an sie denkt und sie in viel Leid und Mutlosigkeit zärtlich umgibt, so würden sie sich bekehren – auch die Hartnäckigsten – und diese Bekehrungen wären zahlreicher und solider, das heißt beständiger. „

Es ist in der Tat ein großer Unterschied, ob die Menschen nur allgemein die Existenz Gottes annehmen, oder ob sie konkret erkennen und erfahren, daß Gott ein Vater ist, der sich um sie kümmert und sie mit inniger Liebe umgibt. Bleibt eine allgemeine Gotteswahrnehmung noch sehr im Ungewissen, so wird durch die personale Verkündigung Gottes, und in der Folge eine Begegnung mit ihm, der Mensch als Ganzes angesprochen. Er erfährt sein Geliebtsein und dies ist entscheidend für seinen weiteren Weg.

Im Vaterbuch stellt Gott die rhetorische Frage, ob man denn nicht sagen müsse, daß die Missionare doch schon zu den Ungläubigen von der Barmherzigkeit und Liebe Gottes gesprochen hätten und ob man denn noch mehr sagen könne. Er gibt dann selbst die aufschlußreiche Antwort:

„Die Missionare sprachen und sprechen noch immer von Gott in dem Maße, in dem sie mich selbst kennen. Ich versichere euch jedoch: Ihr kennt mich nicht so, wie ich bin, deshalb komme ich, um mich als Vater aller Menschen zu verkünden – der zärtlichste aller Väter – und um diese Liebe, die ihr mir entgegenbringt und die durch eure Furcht verfälscht ist, zu korrigieren.“

Mit dieser Antwort schließt sich auf, daß die Verkündigung des Evangeliums auch der rechten und verinnerlichten Gottesbeziehung bedarf, wenn sie ihre ganze Fruchtbarkeit entfalten soll.

Das wird leicht verständlich, wenn wir uns vor Augen stellen, daß man durchaus die rechte Kenntnis von der Botschaft des Evangeliums und der entsprechenden Lehre haben kann, ihre Verkündigung aber noch an wahrer Liebe mangelt. Die eigene Person ist durch die Begegnung mit Gott noch nicht genügend durch die Liebe aufgeschmolzen. Sie ist noch in sich selbst von verschiedenen Unfreiheiten durchzogen, welche den Heiligen Geist hindern, die ganze Schönheit seiner Gegenwart zu entfalten.

Der Ausgangspunkt ist – wie unser Vater es uns wissen läßt – noch der Mangel an Erkenntnis des liebenden Wesens Gottes. Daher ist die Vermittlung des Glaubens eingeschränkt und diejenigen, welche das Evangelium erreichen soll, begegnen zu wenig dem wahren Bild Gottes.

Vielleicht können wir sagen, daß machmal evtl. die Strenge Gottes zu dominant in der Verkündigung gewesen sein mag und ein Erschrecken vor Gott Formen von Unfreiheit erzeugte, welche nicht das wahre Bild Gottes widerspiegelten. Andererseits kann es heute geschehen, daß man primär die Barmherzigkeit Gottes in den Blick nehmen möchte, aber in der Gefahr steht, sie konturlos zu predigen und auf diese Weise ebenfalls nicht das rechte Bild des Himmlischen Vaters vermittelt wird.

Aus dem Gesagten wird klar, wie sehr die Vaterbotschaft für eine Korrektur des Gottesbildes wichtig ist. Das rechte Bild eines liebenden Vaters schenkt nämlich ein großes Licht, in dem wir leben und bleiben sollen. So heißt es im Text des Büchleins:

„… Die Seelen kennen mich nicht in dem Maß, wie die falsche Vorstellung, die sie von mir haben, in ihnen vorherrscht. Doch nun, da ich euch dieses Licht schenke (die rechte und korrigierte Erkenntnis des liebenden Vaters!) sollt ihr im Licht bleiben und dieses zu allen tragen. Das wird ein sehr kräftiges Mittel sein, um viele Bekehrungen zu erlangen und auch, wenn möglich, die Pforte der Hölle zu verschließen.“

Unsere Aufnahme der Gottesliebe und das Verweilen in ihr ermöglicht noch eine andere Fruchtbarkeit in der Mission, weil dann unser Wort der Verkündigung von dieser Liebe getragen ist. Anders ausgedrückt: Der Heilige Geist vermag umso besser in der Zusammenarbeit mit uns die Liebe auch durch uns zu den Menschen zu tragen und sie zu erwecken, so daß mehr und tiefere Bekehrungen geschehen können.


Harpa Dei begleitet gesanglich die täglichen Schriftauslegungen bzw. geistliche Lehre von Br. Elija, ihrem geistlichen Vater . Diese Meditationen kann man auf folgender website hören: https://www.elijamission.net

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