“Friede sei mit euch! (…) Ich bin es, fürchtet euch nicht!” (Lk 24,36)
So sprach der auferstandene Herr zu seinen Jüngern, als er mitten unter sie trat. Sie glaubten es noch nicht und waren voller Furcht und Schrecken. Wer war dieser? Die Augen waren ihnen noch nicht aufgegangen. Sie konnten den Auferstandenen nicht erkennen.
War er etwa ein Geist? Nein, es war der Herr! Es war niemand anderes als der, dem sie gefolgt waren, mit dem sie drei Jahre unterwegs gewesen waren, der mit ihnen gegessen und getrunken hatte, der vor ihren Augen Wunder getan und der sie in aller Weisheit unterwiesen hatte. Aber sie konnten ihn noch nicht erkennen. War es doch ein Geist?
Nein, ihr geliebten Jünger des Herrn! Es ist kein Geist, keine Einbildung, keine Bedrohung oder List des Teufels! Nein, nein! Es ist der Herr! Hört, was er euch sagt:
“Warum erschreckt ihr? Seht meine Hände und meine Füße. Ich bin es. Tastet und überzeugt euch, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Gebein, wie ihr es an mir seht.” (Lk 24,38–39)
Ihr könnt euch überzeugen, ihn anfassen. Er ist es doch!
Die Jünger waren schon voller Freude und Staunen, und doch konnten sie immer noch nicht glauben (Lk 24,41). Es drang noch nicht tief in sie ein, obwohl der Herr vor ihnen stand und sich zu erkennen gab. Es war alles noch zu hoch für sie – dem Auferstandenen zu begegnen. Sie brauchten noch einen Weg, sie konnten es noch nicht fassen.
Aber der Herr wußte, wie er sie zum Erkennen führen konnte. So, wie er sich auch der heiligen Maria Magdalena zu erkennen gab, indem er sie beim Namen rief (Joh 20,16). Er aß vor ihnen und legte ihnen die Heilige Schrift aus, damit sie verstanden, daß sich alles an ihm erfüllt hatte.
So nahm sich der Herr Zeit für seine Jünger, bevor er vor ihren Augen dann zum Himmel auffahren würde. Sie würden für ihre Aufgabe vorbereitet sein und er hatte ihnen noch vieles zu sagen. Der Glaube an die Auferstehung Jesu sollte unzweifelhaft an die ganze Menschheit weitergegeben werden, und sie, die Jünger, diese einfachen Fischer vom See Genezareth, waren die leiblichen Zeugen dieses Wunders.
Ihr geliebten Jünger des auferstandenen Herrn, wir hören euch aufmerksam zu und glauben eurem Zeugnis. Jesus hatte euch erwählt und all das verwirklicht, was er euch vorhergesagt hatte. Für uns Menschen ist es nicht immer leicht, solch hohe Dinge zu verstehen, doch der Heilige Geist belehrt uns.
Du, geliebter Herr, dessen Auferstehung wir in diesen Tagen voller Freude feiern, Du hast auch mit uns Geduld. Laßt den Glauben fest in uns verwurzelt sein, und wenn uns manche Theologen heute tatsächlich glauben machen wollen, das alles sei nur symbolisch und im übertragenen Sinn zu verstehen, dann laß sie nochmal von vorne anfangen. Sie sollen sich zu Deinen Füßen setzen und Dir und Deinen Jüngern zuhören. Dann werden sie lernen, daß der auferstandene Herr kein Geist war!
Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo:
zur Tageslesung: https://elijamission.net/es-traf-sie-mitten-ins-herz/#more-8752zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/das-evangelium-nach-johannes-joh-2011-18-die-erscheinung-jesu-vor-maria-von-magdala/#more-17185

