“Der Name Jesu und der rechte Widerstand gegen den Antichrist”

Nach dem traditionellen Kalender wird am 2. Januar oder am darauffolgenden Sonntag das Fest des Heiligen Namens Jesu gefeiert. Deshalb hören wir das kurze Evangelium zu diesem Fest:

Lk 2,21

“Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, bevor das Kind im Mutterleib empfangen war.”

Der Name Jesus bedeutet »Gott rettet«, und damit ist das Heilshandeln Gottes an uns Menschen in ganz einfacher Weise ausgedrückt. Gott hat den Menschen, der sich nicht selbst von den Mächten der Sünde und des Todes zu befreien vermag, aus seiner aussichtslosen Lage gerettet. Es bedarf dazu der Gnade Gottes, die uns in dem Messias aller Völker als Mensch erschienen ist (vgl. Tit 2,11).

Schon beim Fest der Beschneidung Jesu im Tempel gedenkt man voll Ehrfurcht des Namens unseres Erlösers. Ab dem Jahre 1530 machten sich zunächst die Franziskaner mit einem eigenen Fest um die Ausbreitung des Namens Jesu verdient, bevor es Papst Innozenz XIII auf Bitten des Kaisers Karl VI. für die ganze Kirche einführte.

In der Tat heißt es in der Heiligen Schrift: “Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.” (Röm 10,13)

Und der Heilige Petrus sagt: “In keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen.” (Apg 4,12)

So führt uns dieses Fest des Alten Ritus mit der dringenden Botschaft, daß nur in Jesus Christus das Heil zu finden ist, in das neue Jahr hinein. Umso wichtiger ist es, das zu verstehen, da wir derzeit auch in unserer Kirche erleben müssen, daß diese Wahrheit immer mehr verdunkelt wird. Denken wir an das unheilvolle Dokument von Abu Dhabi, in dem alle Religionen auf die gleiche Stufe gestellt werden sollen, wodurch diese so wesentliche Aussage der Heiligen Schrift eine unzulässige Abwertung erfährt.

Von dieser kurzen Betrachtung aus können wir überleiten auf die heutige Lesung des Novus Ordo:

1 Joh 2,22-28

“Brüder! Wer ist der Lügner, wenn nicht der, der leugnet, daß Jesus der Christus ist? Das ist der Antichrist der den Vater und den Sohn leugnet. Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht;

wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater. Für euch gilt: Was ihr von Anfang an gehört habt, soll in euch bleiben; wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an gehört habt, dann werdet auch ihr im Sohn und im Vater bleiben. Und das ist die Verheißung, die er uns verheißen hat: das ewige Leben.

Dies habe ich euch über die geschrieben, die euch in die Irre führen. Was euch betrifft, so bleibt die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, in euch und ihr braucht euch von niemandem belehren zu lassen; wie euch vielmehr seine Salbung über alles belehrt, so ist es auch wahr und keine Lüge. Und wie sie euch belehrt hat, so bleibt ihr in ihm. Und jetzt, meine Kinder, bleibt in ihm, damit wir, wenn er erscheint, Zuversicht haben und bei seinem Kommen von ihm nicht beschämt werden!”

Ein wesentliches Kennzeichen des Antichristen ist die Leugnung der Sohnschaft Christi. Das muß nicht bedeuten, daß dies immer sofort erkennbar sein wird, denn selbst die Auserwählten können getäuscht werden. Wenn wir nun eine Verbindung dieses Textes zur Auslegung über den Namen Jesu herstellen, dann würde jede Relativierung der Bedeutung Jesu für die Menschheit bereits auf die Wirksamkeit eines antichristlichen Geistes hinweisen. Immer dort, wo das Bekenntnis zu Jesus als dem Erlöser abgeschwächt wird – und sei es auch nur in geringster Weise –, ist die Wirkung des antichristlichen Geistes wahrnehmbar. Dies kann sehr subtil geschehen und stellt daher nicht immer gleich eine öffentliche Verleugnung des Herrn dar, sondern geschieht sozusagen »zwischen den Zeilen«, verdeckt und nicht offen ausgesprochen.

Der Rat des Heiligen Johannes ist klar: Wir sollen uns nicht in die Irre führen lassen sondern »in der Salbung« bleiben, d.h. im Heiligen Geist. Für uns bedeutet das, in der Überlieferung der Heiligen Schrift zu bleiben und dem authentischen Lehramt der Kirche zu folgen. Diese Mahnung ist umso wichtiger, da eine Verwirrung in die Kirche eingezogen ist und der Geist des Antichristen bis in die höchsten Stufen der Hierarchie hinein wirksam ist und die Kirche von innen schwächt. Deshalb sollte die Mahnung aus dem Johannesbrief nicht überhört werden. Wir werden den Verführungskünsten des Antichristen und seines falschen Propheten nur dann widerstehen können, wenn wir im Wort Gottes gegründet sind, der wahren Lehre der Kirche folgen, ernsthaft den Weg der Heiligkeit gehen und auch eine innige Beziehung zur Mutter des Herrn pflegen.

Hinweis: Über das Thema des Antichristen habe ich eine neue Reflexion erstellt, die ich sehr empfehle! Sie ist unter folgendem Link abrufbar:

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