Heute begegnen wir dem Propheten Elija (1 Kön 17,8–16), der von Gott zu einer Witwe geschickt wird, der Gott geboten hat, ihn zu ernähren. Als Elija ihr beim Holzauflesen am Stadttor begegnet, bittet er sie, ihm Wasser und etwas Brot zu bringen. Die arme Witwe erwidert ihm: “So wahr der Herr, dein Gott, lebt: Ich habe kein Brot mehr, nur noch so viel Mehl im Gefäß, wie eine Hand fassen kann, und ein wenig Öl im Krug. Ich lese ein paar Stücke Holz auf, um hinzugehen und für mich und meinen Sohn Brot zu bereiten, damit wir es essen und dann sterben” (V.12).
Doch Elija ermutigte sie, zu tun, was er gesagt hatte, ihr zuerst ein wenig Brot zu bringen und dann für sich und ihren Sohn zu sorgen, und er fügt hinzu: “Denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Das Mehl soll im Gefäß nicht zu Ende gehen und der Ölkrug nicht leer werden bis zu dem Tage, an dem der Herr Regen auf die Erde senden wird” (V. 14).
Die Witwe tat, wie Elija gesagt hatte, und es geschah, wie vorhergesagt.
Auf einen wahren Propheten wie Elija zu hören, ist auf Gott selbst zu hören. Das tat die Witwe, und so schenkte ihr Gott in der Folge genug Nahrung, um mit ihrem Sohn weiterleben zu können. Sie tat es, obwohl die äußere Situation für sie so bedrängend war, und man es auf der menschlichen Ebene hätte verstehen können, wenn sie aus Sorge um ihren Sohn und sich das Ansinnen Elijas zurückgewiesen hätte!
Doch es wird uns gezeigt: Es gilt, zuerst an Gott zu denken, selbst und gerade dann, wenn die persönliche Not groß ist. Wenn wir ihm vertrauen, wird der Herr uns immer einen Ausweg verschaffen, auch dann, wenn wir selbst keinen sehen! Das Vertrauen wird hier der Schlüssel für das Handeln Gottes, der unsere Situation kennt und alles zum Guten führen wird.
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Im Evangelium des heutigen Tages (Mt 23,1–12) macht Jesus uns auf die Diskrepanz zwischen den Worten und den Taten der Pharisäer und Schriftgelehrten aufmerksam und zeigt uns, wie die Gläubigen damit umgehen sollen: “Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und Pharisäer. Darum haltet alles, was sie euch sagen; nach ihren Werken aber handelt nicht, denn sie reden zwar Worte aber handeln nicht danach” (V. 2–3).
Wie können wir diese Unterscheidung und den damit verbundenen Rat auf unseren Weg in der Nachfolge Christi heute anwenden? Wir kennen in unserer katholischen Kirche das große Geschenk einer authentischen Lehre, die in ihren Dogmen unfehlbar ist. Das ist für uns Gläubige der bleibende Orientierungspunkt. Wer auch immer anders lehrt – und seien es die heutigen »Schriftgelehrten und Pharisäer« –, kann keine Gefolgschaft erwarten. Paulus spricht in diesem Zusammenhang starke Worte aus:
“Es gibt kein anderes Evangelium, es gibt nur einige Leute, die euch verwirren und die das Evangelium Christi verfälschen wollen. Wer euch aber ein anderes Evangelium verkündigt, als wir euch verkündigt haben, der sei verflucht, auch wenn wir selbst es wären oder ein Engel vom Himmel. Was ich gesagt habe, das sage ich noch einmal: Wer euch ein anderes Evangelium verkündigt, als ihr angenommen habt, der sei verflucht.” (Gal 1,7–9).
Weder von falschen Lehren, noch von einem Verhalten, welches nicht mit der vorgegebenen Lehre übereinstimmt, dürfen sich die Gläubigen verwirren lassen. Alle wahre Autorität kommt von Gott selbst, und nur jener stimmt mit ihr überein, der die rechte Lehre und ein entsprechendes Leben führt. Jesus mahnt sogar, daß nur einer der Meister und Lehrer ist – nämlich er selbst (Mt 23,8) – und nur einer unser Vater ist – nämlich unser Vater im Himmel (V. 9).
Wenn wir in unserer katholischen Kirche die Priester mit »Vater« (Pater) ansprechen, dann ist damit immer gemeint, daß diese Vaterschaft in Gott verwurzelt ist und von ihm herkommt, nicht etwa aus eigener Größe und Vollmacht.
Am Schluß des heutigen Textes sagt uns der Herr: “Wer der Größte unter euch sein will, soll euer Diener sein. Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden” (Verse 11–12). Diese so wichtige und heilsame Mahnung ist das Gegenmittel gegen den Stolz, der so leicht in den Menschen einziehen kann und der Grund des Falls von Luzifer war. Dieser Engel wollte nicht dienen und sich nicht Gott und seinen Plänen unterordnen. Bis heute versucht er – nun als gefallener Engel – seine Herrschaft im Menschen und unter den Menschen aufzurichten. Der Stolz ist hier ein vorzügliches Mittel der Verführung, um den Menschen, der groß sein will, von Gott zu entfernen.
Jesus verwirft es nicht, daß der Mensch nach Größe streben kann. Doch er zeigt uns, worin die wahre Größe besteht: im demütigen Dienst, dem Willen Gottes zu entsprechen, der unser Vater ist, und im Dienst an den Brüdern und Schwestern, die der Herr auf unseren Weg gestellt hat. Hier entfaltet sich wahre Größe, denn wenn wir uns Gott unterstellen, dann kann seine Größe in unserem Leben aufleuchten. Denken wir daran, daß der Herr seinen Jüngern die Füße wäscht (Joh 13,4–5). Er, der wahrhaft der Meister und Herr ist.
Die »Blumen« des heutigen Tages:
- Gott immer und in allen Situationen vertrauen, und ihn den ersten Platz in unserem Leben einnehmen lassen.
- Der wahren Lehre der Kirche treu bleiben und entsprechend leben.
- Die Versuchungen zum Stolz überwinden, im Dienst für Gott und den Nächsten.
Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo:
zur Tageslesung: https://elijamission.net/die-geduld-gottes-2/#more-8539
zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/die-schule-der-demut-3/#more-12479

