KEINE UNRUHIGE SORGE AUF DEM WEG DER NACHFOLGE

“Wenn ein Stäubchen der Unvollkommenheit an deinem Herzen haftet, sei nicht besorgt, sondern verzehre es sofort im Feuer der göttlichen Liebe und bitte in Reue um Vergebung. Lebe weiterhin in Frieden.” (Heiliger Paul vom Kreuz)

Hier gibt uns eine »brennende Seele« einen guten geistlichen Rat, um auf dem Weg der Heiligkeit voranzukommen. Wir sollen auf diesem Weg nämlich nicht in unnötige Unruhe und Sorge geraten, wenn wir noch Unvollkommenheiten in uns entdecken. Selbstverständlich sollten wir sie nicht übersehen oder uns an sie gewöhnen! Doch wird uns zu einem weisen Umgang mit ihnen geraten. Wir sind auf dem Weg und noch nicht am Ziel. Unser Vater erwartet nicht schon Vollkommenheit von uns, wenn wir ihm begegnen, sondern er möchte uns auf diesem Weg führen. Eine schlichte Selbsterkenntnis wird uns sehr schnell klarmachen, daß uns auf diesem Weg noch vieles fehlt. Wer könnte von sich schon sagen, daß er vollkommen liebt?!

Das Feuer des Heiligen Geistes, das in uns entzündet ist, will selbstverständlich, daß wir so rein und so heilig werden, wie es auf der Erde nur möglich ist. Wir sollen werden wie unser Meister (Lk 6,40). Wenn wir dabei auf unsere Unvollkommenheiten treffen – und sei es auch nur ein Stäubchen, wie der Heilige Paul vom Kreuz es sagt –, dann bringen wir es sofort zu unserem Vater, bitten um Vergebung und lassen uns vom Feuer der göttlichen Liebe reinigen. Dieser Vorgang wird uns oft auf dem inneren Weg begegnen und wir werden dabei immer wieder der großzügigen Liebe unseres himmlischen Vaters begegnen. Gleichzeitig versäumt der Herr aber keine Gelegenheit, uns auf dem Weg der Heiligkeit weiterzuführen, wenn wir bereit sind.

Durch diesen inneren Austausch der Liebe wächst die Vertrautheit und nimmt uns alle Angst vor Gott, ohne je die Wachsamkeit zu vernachlässigen. Wir bleiben im Frieden und nehmen in Demut und Dankbarkeit an, daß wir noch eine ganze Strecke zurückzulegen haben.