Große Not entstand in England und Wales, als sich König Heinrich VIII. im Jahr 1531 von Rom trennte und die »Church of England« gründete. Unter Elisabeth wurde es noch schlimmer. Die Katholiken wurden als Staatsfeinde behandelt und verfolgt. Da es keine katholischen Bischöfe mehr gab, konnten keine Priester mehr geweiht werden. Die Kirche, die einst in England eine starke Stellung innehatte, schien zum Aussterben verurteilt zu sein.
Doch Gott ließ es nicht so weit kommen.
Dr. Allen, ein Priester, der selbst aus England flüchten mußte, konnte in Douai (Frankreich) ein Seminar gründen, um Priester auszubilden, die dann als Missionare nach England gesandt wurden. Es mußten starke Berufungen sein, denn dort erwartete sie oft Verfolgung und Tod. Dr. Allen selbst schrieb Bücher zur Verteidigung des wahren Glaubens.
Der erste Märtyrer des Seminars wurde der Heilige Cuthbert Mayne. Er war Geistlicher der anglikanischen Gemeinschaft, begegnete jedoch einigen jungen Männern, die ihn vom katholischen Glauben überzeugten, sodaß er konvertierte. Unter ihnen war der später seliggesprochene Edmund Campion. Einer der Briefe, die sie an Cuthbert geschrieben hatten, geriet in die Hände eines anglikanischen Bischofs. Daraufhin wurden sie gefangengenommen. Cuthbert konnte sich gerade noch dem Zugriff der Soldaten entziehen, floh einige Zeit später nach Frankreich und kam in das Seminar von Douai. Dort wurde er zum Priester geweiht und nach England zurückgeschickt.
Nur eine kurze Frist war ihm vergönnt, für das Heil der Seelen zu arbeiten. Ein dem katholischen Glauben treu ergebener, reicher Edelmann, Franz Tregian, hatte ihn in sein Haus aufgenommen. Nach außen hin galt Cuthbert als Verwalter, im Geheimen jedoch versah er das schwerere Verwalteramt im dornigen Weinberg des Herrn. Im Sommer des nächsten Jahres 1577 hielt der anglikanische Bischof eine Kirchenvisitation in Cornwall ab und erfuhr vom Landrichter der Grafschaft, daß das Haus des Tregian ein »Nest von Recusanten« (Verweigerern, Ungehorsamen) sei und wahrscheinlich auch einen Priester beherberge. Sofort wurden mehrere Richter und an die hundert Bewaffnete ausgesandt, um Tregians Wohnung zu durchsuchen.
Man fand ein »Agnus Dei« bei dem Heiligen, was ausreichte, um ihn als »Hochverräter und Empörer« zu verhaften. Unter seinen Büchern und Schriften wurde noch ein Abdruck der Jubiläumsbulle Gregors XIII. von 1575 gefunden, die, wie Mayne vor Gericht erklärte, nur zufällig unter seinen Büchern mit nach England gelangt war. Auf diese Bulle und das Agnus Dei wurde später die Anklage wegen Hochverrats aufgebaut. Das Burgverließ, in das der Gefangene gestoßen wurde, war von Unrat und Ungeziefer verpestet und so dunkel, daß er kaum seine Hand vor sich sehen, geschweige denn ein Buch lesen oder schreiben konnte.
Gegen alle Rechtsordnung und lediglich auf Vermutung hin wurde ihm und elf oder zwölf mit ihm verhafteten Bekannten der Prozeß gemacht. Als Besitzer einer päpstlichen Bulle – auch wenn diese mit ihren Vollmachten schon veraltet war, wie Mayne als Einspruch geltend machte – war er hinreichend als Hochverräter wider die Königin und das Reich erwiesen.
Dennoch wurde das Urteil gefällt: die bekannte barbarische Strafe für Hochverrat jener Zeit. Mit mildem und frohem Gesichtsausdruck nahm er das Urteil entgegen und betete mit zum Himmel erhobenen Händen: „Gott sei Dank!“ Die Mitangeklagten wurden zum Verlust ihrer Ländereien, Lehen, Güter und Herden sowie zu lebenslanger Kerkerhaft verurteilt, nur weil man ihnen nachweisen konnte, daß sie nicht am anglikanischen Gottesdienst teilgenommen hatten und vermutete, daß sie die heilige Messe besuchten, Bekannte und Hausgenossen Maynes wären und durch die Papisterei (weil sie Anhänger des Papstes seien) miteinander verbunden wären, weshalb sie keinerlei Geheimnis voreinander hätten.
Am Tag vor der Hinrichtung versammelten sich alle Friedensrichter der Grafschaft und viele Prediger der sogenannten reformierten Kirche in Launceston.
Am nächsten Tag, dem 29. November 1577, wurde Mayne gemäß dem Urteilsspruch unter schweren Qualen hingerichtet. Der Heilige blieb standhaft. Tief war er von der Wahrheit des katholischen Glaubens überzeugt und Gott stattete ihn mit dem Geist der Stärke aus. So gab er ein strahlendes Zeugnis von der Wahrheit des katholischen Glaubens.
Er wurde von Christen hingerichtet, die nicht mehr mit der heiligen Kirche verbunden waren und die Gemeinschaft mit ihr aufgegeben hatten. Dieses Martyrium mahnt uns, den Wert unseres katholischen Glaubens zu schätzen und ihn gegen jegliche Relativierung und Verunstaltung zu verteidigen. Wahre Einheit im Glauben kann nur in Wahrheit und Liebe entstehen! Jede scheinbare Einheit wäre eine Täuschung.
Heiliger Cuthbert erbitte uns die wahre Einheit in der Kirche und hilf uns, den katholischen Glauben zu bewahren und ihn nicht um einer täuschenden Einheit willen preiszugeben!
Betrachtung zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/gott-allein-ist-die-wahre-hoffnung-2/#more-13147

